Hey Friedrich
Vor 200 Jahren hatte ein gut vernetzter, motivierter Bürgermeister einer kleinen Gemeinde genug von den Ungerechtigkeiten und der Not der ländlichen Bevölkerung in seiner Region. Seine Mitmenschen, die Ärmsten der Armen, waren hilflos den Kredit-Wucherern der damaligen Zeit ausgesetzt und verloren am Ende ihren Hof, ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage. Die Regeln der damaligen Zeit begünstigten einige wenige mit Macht und Geld, für den Großteil der ländlichen Bevölkerung war das tägliche Leben ungewiss, unfair und unerfüllt.
Anstatt sich zu beschweren, entschied sich Friedrich Wilhelm Raiffeisen etwas dagegen zu tun. Er entschloss sich dazu, das Leid nicht länger hinzunehmen und sich für bessere Lebensbedingungen seiner Mitmenschen einzusetzen. Auf seinem Weg dahin entwickelte er neue soziale Richtlinien, ein neues Finanzsystem und eine neue Organisationsform.
Du siehst, Friedrich war ein kleiner Dorfbürgermeister, aber mit seinen Aktivitäten legte er den Grundstein für eine weltweite Rebellion.
Friedrich erkannte schnell, dass die Selbstmotivation der Menschen, ihre eigene Schaffenskraft der Schlüssel zu einer besonderen Dynamik sind, die freigesetzt werden musste. Menschen mussten in die Lage versetzt werden, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. (aus: „Die Kraft der Idee“)
Heute, 200 Jahre später, brauchen wir wieder genau diese Inspiration, um die Herausforderungen unserer Zeit (Klima, Pflege, Digitalisierung, Wirtschaft, Finanzen) gemeinsam zu meistern. Es braucht heute Veränderungen und wir müssen selbst Teil dieser Veränderung sein. Genau wie Friedrich müssen wir es selbst in die Hand nehmen und unsere Zukunft aktiv gestalten.
Die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat tausende Menschen weltweit beeinflusst und motiviert, sich für bessere Lösungen für ihre Mitmenschen einzusetzen. Die geteilten Werte der Mitglieder sind die Grundlage jeder Genossenschaftsorganisation und die Basis ihrer Aktivitäten.
Als Raiffeisenbanken stehen wir heute vor genauso großen Herausforderungen:
Unser Markt und Wettbewerb verändern sich immer schneller, Regulatorik und Aufsicht werden aufwändiger, Produkte und Angebote sind austauschbar, die Beziehung zu Kunden wird digitaler und unpersönlicher, talentierte Mitarbeiter entscheiden sich für attraktivere Arbeitgeber und unterschiedliche Generationen, Werte und Wünsche beschäftigen uns zeitgleich.
Es liegt an uns, die Chancen und Möglichkeiten der aktuellen Zeit zu nutzen.
Die ganze Geschichte als PDF zum Download.
Die Zukunft gehört den Mutigen
Wir können aus der Geschichte von Friedrich lernen und sie als Inspiration für die Gestaltung unserer Zukunft nutzen. Wir entdecken seine innovativen Ideen und Methoden und wecken damit die Kraft in dir, für die Überzeugungen und Werte deiner Genossenschaft selbst aktiv zu werden.
Wir zeigen dir, wie du mehr wie Friedrich sein kannst, um dich und deine Genossenschaft erfolgreich weiterzuentwickeln.
Mit fünf Schritten kannst auch du Veränderung bewirken:
#1 Rebelliere – Mit Motivation gegen ein träges System
#2 Erneuere – Schreib die Regeln für deine Genossenschaft neu
#3 Reorganisiere – Mit Kooperationen wachsen
#4 Beteilige – Für ein faires Miteinander
#5 Erzähle – Lass die Leute wissen, was du tust
#DU Sei mehr wie Friedrich - Sei mehr du selbst

Friedrich hat den aktuellen Status in Frage gestellt und nach besseren Regeln und Lösungen gesucht. Er entwickelte neue Ideen und baute eine aktive Gemeinschaft von Mitmenschen auf, die ihr Leben gemeinsam verbessern wollten. Die Genossenschaftsmitglieder setzten sich für faire Bedingungen ein und erzählten ihre erfolgreiche Geschichte weiter, um mehr Menschen für ihre Idee zu begeistern.
Friedrich soll dir dabei helfen, den Wert der Genossenschaftsidee für dich neu zu entdecken und dich unterstützen, deine Ideen umzusetzen, um deine Genossenschaft erfolgreich weiterzuentwickeln. Wofür wir als Raiffeisen Genossenschaftsbank stehen, wird wichtiger als jemals zuvor. Wofür wir uns jetzt einsetzen, beeinflusst, wer wir in Zukunft werden.
Gestalten wir unsere Genossenschaft mutig wie Friedrich, nach unseren Vorstellungen, mit unseren Ideen, für uns und unsere Mitglieder.
Friedrich – Rebell und Pionier
Friedrich Wilhelm Raiffeisen erlebte eine Zeit ungeheurer Dynamik, eine Zeit des Wandels, der Veränderung und des Umbruchs (kommt dir das bekannt vor?). Die damaligen Veränderungen erfassten alle Schichten der Gesellschaft, vor allem jedoch die Bauern auf dem Land und die Arbeiter in den frühen Industriezentren. Es fuhren Postkutschen und die ersten Eisenbahnen, zugleich wurde die soziale Frage immer drängender – insbesondere auf dem Land.
Einerseits: Bauernbefreiung und Industrialisierung sorgten in den ländlichen Gebieten für eine neue Freizügigkeit und Eigenständigkeit. Andererseits: Unerfahren in wirtschaftlichen Dingen gerieten viele Bauern in die Abhängigkeit von Wucherern, verschuldeten sich hoch, verloren vielfach ihren Besitz und verarmten.
„Man kann wohl sagen, daß das Sprichwort: „Geld regiert die Welt“, sich in der heutigen Zeit auf das glänzendste bewahrheitet.“ F.W.R. (1818-1888)
Friedrich sah die Not und gründete als junger Bürgermeister im Hungerwinter 1846/47 in Weyerbusch den „Verein für Selbstbeschaffung von Brod und Früchten“. Dank privater Spenden kaufte er Mehl. In einem selbst errichteten Backhaus wurde Brot für die hungrigen Menschen gebacken. 1849 folgte der „Flammersfelder Hülfsverein“ und 1854 der „Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein“ – sie alle waren vorgenossenschaftliche Zusammenschlüsse auf karitativer Grundlage. 1864 schließlich wurde der Heddesdorfer Darlehnskassen-Verein gegründet: die erste ländliche Genossenschaft. Die Raiffeisen-Organisation entstand.
„Es bildete sich hiernach immer fester der Entschluss aus, für die Vereine (…) eine eigene Bank ins Leben zu rufen, (…) um die aus dem Bankverkehr entspringenden Vorteile den Vereinen selbst zuzuwenden und für diese die ganze Einrichtung so zu treffen, dass sie den Bedürfnissen derselben entspricht.“ F.W.R. (1818-1888)
Zusammenfassung aus: „Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V.“
www.raiffeisen-gesellschaft.de
Aus einer Rebellion entsteht eine Revolution
Friedrich veränderte nahezu still, jedenfalls ohne Massen und Demonstrationen, die Gesellschaft. Die Wirkung war so durchschlagend, dass heute weltweit rund eine Milliarde Menschen seinem System vertrauen: der Vereinigung von Menschen in Genossenschaften, verbunden mit dem Ziel, ein besseres Leben führen zu können. So wurde Raiffeisen zu einem friedlichen Revolutionär der Solidarität.
Die wenigsten kennen Friedrich W. Raiffeisen als Person, seine Idee kennen aber viele und sie ist heute attraktiv und lebendig wie selten zuvor: Viele sind überzeugt, dass Genossenschaften für mehr Gerechtigkeit sorgen und halten diese Wirtschaftsform auch heute für zeitgemäß und nachhaltig.
Statt grenzenloser Konkurrenz und Zerstörung, statt Ellenbogen und Egoismus holte er, so Paul-Josef Raue in seiner Raiffeisen-Biographie, das Prinzip der Drei Musketiere wieder ins Leben der Gesellschaft: Einer für alle, alle für einen.

Friedrich nutzte unterschiedliche Methoden, um in diesen schwierigen Zeiten seine Idee erfolgreich voranzutreiben: Menschen konnten sich friedlich beteiligen, er weckte ihre Vorstellungskraft für ein besseres Leben, er verfolgte kreative Strategien, baute verantwortungsvolle Netzwerke auf, schaffte eine gemeinsame Motivation für Erfolg und verankerte feste Werte und Prinzipien als Leitlinien für die gemeinsame Mission.
Friedrich wollte bessere Lösungen für sich und seine Mitmenschen. Er löste die Probleme, von denen sie direkt betroffen waren. Er widersetzte sich den damaligen Regeln und schrieb sie neu. Und mit seinen innovativen Ideen entwickelte er ein soziales System, das bis heute in Verwendung ist. Friedrich stand mit seinen Mitmenschen am Rande der Gesellschaft und des Kapitalismus. Dort hatte er die Möglichkeit, neue Methoden und Ideen zu entwickeln. Ungezwungen davon, wie die Dinge sein sollten, konnte Friedrich damit experimentieren, wie die Dinge sein könnten.
• Friedrich forderte die damalige Praxis heraus und entwickelte alternative Ideen und neue Lösungen.
• Er entwickelte kleine Innovationen für seine Region, abseits des großen Rampenlichts.
• Friedrich entwickelte seine Ideen gemeinsam mit anderen.
• Friedrich konzentrierte sich auf die kleinen Bedürfnisse vor Ort und entwickelte damit große Lösungen für die Bevölkerung.
• Er begeisterte andere Menschen für seine Idee, erzählte seine Geschichte weiter und stellte seine Methoden frei zur Verfügung. Heute würde wir dazu „open source“ sagen.
Mit gutem Widerstand
Etwas zu verändern, erzeugt immer Widerstand. Im eigenen Kopf, bei Kolleginnen und Kollegen oder bei anderen Menschen. Aber dieser Widerstand ist „guter Widerstand“. Widerstand den es braucht, um anschließend etwas zu verändern.
Auch Friedrich kämpfte gegen Widerstände. Er wollte keine Bewegung für Millionen von Menschen starten, sondern bessere Lösungen für sich und seine Mitmenschen in seiner Region umsetzen. Er wollte keine neue Unternehmensform erfinden, er suchte einfach nach einer Möglichkeit, sich und seine Mitstreiter zu organisieren. Manchmal braucht es nur kleine Ideen, die die Vorstellungskraft beflügeln, damit daraus große Veränderungen entstehen.
Am Ende jedes Abschnittes möchten wir dich mit einer Frage motivieren, deine eigenen, „guten Widerstände“ zu nützen und wir wollen deine Gedanken anregen, neue Ideen und spannende Lösungen für deine Herausforderungen zu finden.
Deine Frage:
Wenn du in deiner Genossenschaft etwas verändern willst …

Was hält dich wirklich davon ab?

Denk ein paar Minuten über die Frage nach und versuche zwischen fünf und zehn Punkte zu notieren. Dinge, die dich abhalten, können deine eigenen Gewohnheiten sein, Aufgaben, die du von anderen bekommst, anstatt das zu tun, was du möchtest, … Sei ehrlich zu dir selbst. Finde heraus, was dich wirklich davon abhält etwas zu verändern, das macht es später leichter, etwas dagegen zu tun.
Wenn du deine Punkte aufgelistet hast, markiere den einen Punkt, der dich am meisten abhält, in deiner Genossenschaft etwas zu verändern. Wenn du daran arbeitest, wirst du diesen Punkt überwinden und dich lächelnd daran erinnern, wenn du deine Ideen erfolgreich umsetzt.
Sei mehr wie Friedrich
Die ganze Geschichte als PDF zum Download.
Die Inhalte und Methoden von HEY FRIEDRICH basieren auf dem Buch BE MORE PIRATE von Sam Conniff. Seine Beschreibung der Geschichte, der Systeme und Methoden der glorreichen Piraten und deren Auswirkungen auf die Zukunft zeigen viele Parallelen zur Rebellion Friedrich Wilhelm Raiffeisens und der Entwicklung der Genossenschaftsidee.
Modern und motivierend erzählt, wird aus BE MORE PIRATE der Aufruf, mehr wie FRIEDRICH zu sein und Veränderungen in deiner Genossenschaft mutig und aktiv zu gestalten.

Und weiter gehts